Warum bauen wir energiesparend und was hat eigentlich die EnEV damit zu tun?

Fossile Brennstoffe werden immer knapper, so dass der Bedarf zur Handlung steigt. So ist es auch kein Wunder, dass die Regierung durch unterschiedliche Maßnahmen, wie z.B. der Energieeinsparverordnung (EnEV) nach Veränderung strebt und Regelungen festgelegt hat, die langfristig einem klimafreundlicheren Wohnen dienen. Dies soll vorrangig durch energetisches Bauen umgesetzt werden. Energiesparendes Bauen ist ein Vorhaben, welches schon im Jahr 1976 im Rahmen der Ölkrise thematisiert wurde und ist heutzutage wichtiger denn je.
Warum? All dies erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Welchen Nutzen hat energiesparendes Bauen für mich?

Der Hauptteil des Energieverbrauchs entsteht in Privathaushalten sowohl durch die Heizung, als auch durch die Erzeugung von Warmwasser. Insgesamt entspricht dies einem Anteil von 82 Prozent des privaten Energieverbrauchs, von denen sich wiederum 66 Prozent ausschließlich auf die Raumwärme beziehen. Energetisches Bauen hat somit vorrangig das Ziel, den Verbrauch von Heizenergie sowie der Warmwasseraufbereitung einzudämmen indem energetisch gebaut werden soll.

Um dieses Potenzial zu nutzen, hat die Bundesregierung Deutschland u.a. die Energieeinsparverordnung (EnEV) ins Leben gerufen, welche Regelungen und Maßnahmen zur Einsparung von Energie beinhaltet. Dies bezieht sich natürlich auch auf die Bauweise von Wohngebäuden.
Grundsätzlich geht es darum, eine luftdichte Bauweise zu gewährleisten, die den Wärmeverlust durch undichte Gebäudehüllen verhindern soll. Dazu gab es z.B. Veränderungen hinsichtlich einer besseren Wärmedämmung, als auch der doppelten oder dreifach-Verglasung von Fenstern. Zusätzlich beinhaltet energiesparendes Bauen Maßnahmen, im Bereich des Daches und von Bodenplatten und Fugen.

Aber nicht nur Neubauten sind Teil des Vorhabens energiesparender zu wohnen und zu leben. Auch bereits bestehenden Gebäude sind von enormer Wichtigkeit, wenn es um die zukünftige Einsparung von Energie geht. Eine Gebäudesanierung ist daher nicht weniger wichtig, wenn es darum geht, das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050, zu erreichen. Mit anderen Worten: die Maßnahmen zur Einsparung von Energieaufwand sollen dazu führen, dass private Haushalte ihren Primärenergiebedarf so weit senken, dass sie diesen durch eine eigene erneuerbare Energiegewinnung ausgleichen können (= Klimaneutralität). Durch energetisches Bauen soll der Verlust von Heizwärme stark eingedämmt werden.
Ein weiterer Nutzen energiesparenden Bauens besteht darin, langfristig Kosten einzusparen. Dies geschieht vor allem dann, wenn ein niedriger Verbrauch von Heizung und Warmwasser besteht - die jährlichen Betriebskosten werden dadurch also gesenkt.

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Förderung für energetisches Bauen durch die KfW-Bank

Kosten sparen Sie ebenso dann, wenn Sie bei einem Neubau oder bei einer Sanierung die Vorgaben der EnEV in Ihrer Gesamtheit erfüllen und dadurch einzelne Bauteile durch die KfW gefördert werden können. Zur Förderung von energiesparenden Neubauten sowie Sanierungen hat die KfW eigene Förderprogramme, die den Bauherren Kredite zu Niedrigzinsen sowie Zuschüsse ohne Rückzahlung anbieten.

Kenngrößen und Vorgaben von energiesparendem Bauen

Ein wichtiger Kennwert, wenn es um die Vergleichbarkeit von Bauteilen geht, ist der U-Wert - also der Wert des Transmissionswärmeverlustes. Der Transmissionswärmeverlust wird in Formeln und Berechnungen mit einem HT abgekürzt und beschreibt den Wärmeverlust durch wärmeübertragende Flächen eines Gebäudes. Dabei ist ein spezifischer Transmissionswärmeverlust durch die Summe der U-Werte aller Bauteile im Verhältnis zur gesamten Gebäudefläche beschrieben.
Hierbei gilt: Je besser die Wärmedämmung, desto kleiner ist der U-Wert, welcher nur einen geringen Wärmeverlust und unkontrollierten Wärmeaustausch zur Folge hat. Dadurch kann Heizenergie eingespart werden, was den Primärenergiebedarf eines Haushalts enorm reduziert.

Weitere Kenngrößen
Eine weitere Kenngröße, die im Rahmen des energiesparenden Bauens wichtig ist, ist der Endenergiebedarf. Dieser wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und pro Jahr, kurz kWh/(m²a), gemessen. Auch hier gilt wieder: Je niedriger der Endenergiebedarf, desto energiesparender ist das entsprechende Gebäude.

Energetisch planen und bauen – darauf sollten Sie achten

Beachten Sie bei der Planung Ihres Hauses die Ausrichtung der unterschiedlichen Räume nach den Himmelsrichtungen. Benötigen Räume z.B. nur einen geringen Heizbedarf, empfiehlt es sich, sie in Richtung Norden auszurichten (Schlafzimmer, Treppenaufgang). Anders ist es z.B. beim Wohnzimmer, welches in Bezug auf die Sonne und die dadurch entstehende Wärme, eher im Süden oder Westen eingeplant werden sollte.

Überblick der Bereiche energetischen Bauens

Energiesparendes Mauerwerk

Ältere Mauerwerke besitzen meistens einen U-Wert von bis zu 2,2 W/(m2K) und verlieren damit viel Energie.

Durch ein Wärmedämmverbundsystem mit einer Stärke von 16 Zentimetern kann dies jedoch nachträglich behoben werden - das entsprechende Mauerwerk wird nachgerüstet.

Hierbei wird rund 29 - 41 % weniger Luft und damit Heinzenergie verloren.

Wärmeleitfähigkeit und Rohdichte

Die Wärmeleitfähigkeit und die Unterteilung der Steine nach ihrer Rohdichte sind weitere Merkmale, auf die Sie bei der Planung Ihres Hauses achten können. Um dies differenzierter betrachten zu können, muss bei dem Begriff „Mauerwerk“ zunächst zwischen Steinen, Ziegeln, Blöcken oder Platten unterschieden werden.

Wie im oberen Teil des Ratgebers bereits erwähnt, beträgt der maximale U-Wert für Außenwände von Wohngebäuden 0,24 W/(m2K). Mit genauerem Blick auf die aktuellsten Produkte, die Aufbauten von Wandelementen, ist schnell zu erkennen, dass die Vorgaben der Energieeinsparverordnung meist komplett integriert wurden. So verkaufen viele Hersteller Wandelemente, die mit der Verordnung konform sind und die entsprechenden Anforderungen - ohne zusätzliche Dämmung – erfüllen für ein nachhaltiges und energetisches Bauen.

Außen- und Innenputz Bestandteile der Wände

Weitere Bestandteile der Wände bestehen z.B. im Außen- und im Innenputz. Auch hier ist die Wärmeleitfähigkeit unterschiedlich, so dass der Primärenergiebedarf durch den richtigen Putz gesenkt werden kann.

Je nach Bedarf bietet der Markt spezielle Arten von Putz an:

Energiesparendes Dach

Auch in Bezug auf das Dach eines Gebäudes hat sich in den letzten Jahren hinsichtlich energiesparenden Wohnens und energetischen Bauens viel verändert. Während früher für die Dämmung noch Dichtmaterialien in die Zwischendecke geschüttet wurden, befindet sich heute Mineralwolle bis zu einer Stärke von 26 Zentimetern in den Zwischenräumen. Diese hält dementsprechend den Wärmeverlust so gering wie möglich. Durch den steigenden Anspruch an die Dämmung des Daches wird auch hier der Bau bzw. die Nachrüstung zu einer dichten Gebäudehülle durch die KfW hinsichtlich energetischem Bauens gefördert.

Energiesparende Fenster

Beim Kauf energiesparender Fenster ist darauf zu achten, dass der Rahmen und die Verglasung in ihrer Gesamtheit einen Wert von 1,3 W/(m2K) aufweisen. Für die Verglasung besteht wiederum ein separater Wert von 1,1 W/(m2K).

Beim Einbau der Fenster und der Fensterbank ist es zudem wichtig, dass Sie auf die Luftdichtigkeit der genutzten Materialien achten und dadurch eine Zugerscheinung vermieden wird. Dabei rückt der Bedarf einer kontrollierten Wohnraumlüftung immer mehr in den Fokus.

Ein Fazit zu energetischem Bauen

Energetisches Bauen und damit energiesparendes Wohnen wird heutzutage immer wichtiger - es ist nicht nur kosteinsparender auf Dauer, sondern unterstützt ebenso die klimapolitischen Zielen der Bundesrepublik Deutschland. Im Rahmen dessen wurden durch die EnEV verschiedene Regelungen festgehalten, die sowohl bei Neubauten, als auch bei Sanierungen eine wichtige Rolle spielen. So werden auch die Anforderungen an Gebäudehüllen, die die Wärme speichern, immer höher. Dies wiederum bringt den Bedarf nach guten Lüftungssystemen hervor. Auch wenn die Kosten durch energetisches Bauen höher als noch vor Jahren ausfallen, können einige Mehrkosten durch die niedrige Zinspolitik wieder aufgefangen werden.

Lesen Sie dazu alles über dezentrale Lüftungsanlagen, welche für den notwendigen Luftaustausch sorgen und damit nicht nur Schimmel vorbeugen, sondern auch Schadstoffe vermeiden und Ihr Wohlbefinden steigern.

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Adrian Junger - Sachverständiger Richtlinien im Bereich Lüftung
Über den Autor...

Mein Name ist Adrian Junger und ich bin auf die Richtlinien im Bereich der Lüftungstechnik spezialisiert. Ich kenne mich bestens mit den aktuellen Vorschriften und Anforderungen aus und berate meine Kunden auch umfassend zu möglichen Fördermöglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit Luftbude gibt mir einen sehr guten Einblick in den gesamten Lüftungsmarkt.

Adrian Junger, Sachverständiger Richtlinien im Bereich Lüftung


Quellennachweis
Für diesen Artikel wurden Erfahrungswerte mehrerer Lüftungsexperten, Bausachverständiger, Handwerker sowie Hersteller aufgearbeitet und zusammengefasst. Als Grundlage dienen hierfür aktuelle Normen, Gutachten sowie neutrale Prüfprotokolle unabhängiger Messdienstleister. 

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