Zentrale Wohnraumlüftung – Das sollten Sie unbedingt wissen

Heutige Bauweisen lassen es kaum zu, dass sich die verbrauchte Luft von selbst reguliert. Starke Dämmung und mehrfachverglaste Fenster sparen zwar Heizkosten und Heizenergie ein, erschweren aber einen natürlichen Luftaustausch durch Ritzen, Undichtheiten oder Fugen. Die Wohnraumlüftung hat sich mittlerweile als Standard bei Neubauten sowie bei energetischen Sanierungen etabliert – insbesondere moderne Bauprojekte wie Niedrigenergie- und Passivhäuser werden mit Wohnungslüftungssystemen ausgestattet. Um den von der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) geforderten Mindestluftwechsel zu garantieren, wird sogar bei Bau- und Sanierungsvorhaben laut Lüftungsnorm DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vorgeschrieben.

Der benötigte Luftaustausch kann durch verschiedene Lüftungssysteme realisiert werden. Dabei stehen den Bewohnern diese Möglichkeiten zur Auswahl:

mechanische Lüftungen mit Ventilator

die freie Lüftung ohne Ventilator, beispielsweise über Fensterfalzlüfter oder das händische Fensterlüften.

Mechanische Lüftungen sind kontrollierte Wohnraumlüftungen in Form von dezentraler oder einer zentralen Wohnraumlüftung.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen alles rund um die zentrale Wohnraumlüftung. Wie ist eine Zentralanlage aufgebaut? Wie hoch sind die Kosten und gibt es Möglichkeiten der finanziellen Förderung? Worin besteht der Unterschied zu einer dezentralen Wohnraumlüftung? Welche Lüftungsanlage passt zu Ihnen und Ihrer Wohnsituation?

Die Inhalte im Überblick

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung

Wozu wird eine zentrale Wohnraumlüftung benötigt?

Durch alltägliche Handlungen wie Duschen, Waschen oder Kochen wird der Raumluft viel Feuchtigkeit zugeführt. Die klassische Stoßlüftung reicht bei gedämmten Häusern nicht mehr aus. Oft fehlt den Menschen zudem auch die Zeit, mehrmals für mindestens 15 Minuten mit offenen Fenstern zu lüften. Im Winter kühlen die Räume zudem schnell aus, denn beim Stoßlüften gehen ungefähr 50 % der Heizwärme über das Fenster und die Infiltration verloren. Wird die verbrauchte und feuchte Luft jedoch nicht genügend abgetragen, entstehen Feuchteschäden und das Risiko einer Schimmelbildung nimmt deutlich zu. Damit wird die Gebäudesubstanz massiv geschädigt.

Unzureichender Luftaustausch schädigt auf Dauer die Bausubstanz und auch die Gesundheit der Bewohner. Überschüssige Feuchtigkeit wird dank einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit frischer und gesunder Luft ausgetauscht. Energieverluste können dank WRG in hohem Maße vermieden werden. Aktuelle Gerichtsurteile beschäftigen sich immer wieder mit Rechtsfällen, bei denen es zu massiven Gebäudeschäden durch übermäßige Feuchte gekommen ist. Hier hat die Rechtsprechung eine klare Richtung vorgegeben: mehr als 2 x stoßlüften ist für Bewohner unzumutbar. Bei dicht gedämmten Häusern mit mehrfachverglasten Fenstern sowie einer Wärmedämmung an der Fassade wird jedoch ein Stoßlüften alle 2-3h empfohlen – auch nachts.

Eine zentrale Wohnraumlüftung:

  • führt Feuchtigkeit ab
  • sichert den hygienisch vorgeschriebenen Mindestluftwechsel
  • schützt vor Schimmelbefall und Feuchteschäden
  • reduziert die Heizenergiekosten dank WRG
  • garantiert eine automatische Lüftung der Räume
  • führt Gerüche ab
  • filtert die Außenluft
  • sichert den Gebäudeschutz
  • verbessert die Luft- und Lebensqualität
  • sorgt für rundum gesundes Raumklima
  • wird gefördert und finanziell bezuschusst
  • sorgt für durchgehend sauerstoffhaltige Luft mit geringem CO2-Anteil
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Der Aufbau einer zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Bei zentralen Lüftungsanlagen wird die Wohnraumlüftung im gesamten Gebäude über ein einzelnes großes Zentralgerät gesteuert. Diese Anlage wird meist im Keller, auf dem Dachboden oder in einem Nebenraum installiert. Dort findet auch die regelmäßige Wartung sowie Reinigung des Gerätes statt. Mit dem Gerät ist ein komplexes Rohrleitungssystem verbunden, das sich durch das gesamte Gebäude zieht.

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Der Vergleich zwischen dezentraler und zentraler Wohnraumlüftung

Das Luftkanalsystem wird entweder im Fußboden oder in der abgehängten Decke verbaut. Da das komplexe Rohrsystem einen Eingriff in die Bausubstanz erfordert, eignen sich zentrale Wohnraumlüftungen häufig besonders für einen Neubau. Dabei wird das Luftverteilsystem während den Bauarbeiten entweder im Fußbodenaufbau in der Dämmschicht installiert oder in die Betondecke gegossen. Ein nachträglicher Einbau in Bestandsgebäuden ist durch das notwendige Luftkanalsystem mit hohem baulichem und auch finanziellem Aufwand verbunden.

Welche Arten von zentraler Wohnraumlüftung gibt es?

Bei zentralen Wohnraumlüftungen werden grundsätzlich zwei Varianten unterschieden: die reine Abluftanlage und die Kombination von Zu- und Abluftanlage. Letzteres kann entweder mit oder ohne Funktion der WRG ausgestattet werden. Während Abluftanlagen lediglich die verbrauchte, feuchte Luft aus den Wohnräumen abführen, sorgen Zu- und Abluftanlagen für eine kontrollierte Zufuhr von Frischluft sowie einer kontinuierlichen Luftfilterung.

Vor- und Nachteile einer zentralen Wohnraumlüftung

Vorteile

Nachteile

Zentrale Abluftanlagen

· Günstigste Variante der Zentrallüftung

· Kontrollierter Abtrag von Feuchtigkeit, vor allem nach Feuchtespitzen wie Kochen, Baden, Waschen

· Schutz vor Feuchteschäden

· Keine Frischluftzufuhr

· Keine Garantie des Mindestluftwechsel

· Keine Raumluftfilterung

· Keine Wärmerückgewinnung

Zu- und Abluftanlagen

· Kontrollierte Zufuhr von frischer, gesunder Luft

· Filterung von Pollen, Staub und Insekten

· Gesundes Raumklima

· Höhere Anschaffungskosten

· Aufwendige Nachrüstung im Altbau

· Keine Wärmerückgewinnung

Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

· Geringer Wärmeverlust (Wärmerhalt bis 93%)

· Einsparung von Heizenergie und -Kosten

· Luftfilterung

· Feuchteschutz

· Gesundes Raumklima

· Abbau von Co² sowie Schadstoffen

· Höhere Investitionskosten

Die Funktion einer zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Bei kontrollierten Wohnraumlüftungsanlagen – zentral oder dezentral – wirkt die Funktion des ständigen Luftwechsels. Der kontinuierliche Zyklus von Außenluft, Zuluft, Abluft und Fortluft sorgt für den Abtrag von verbrauchter und der Zufuhr von frischer Luft.

Außenluft: Die Außenluft ist die Luft draußen. Je nach Wohnlage kann diese mit einem unterschiedlichen Ausmaß an Schadstoffen, zum Beispiel Abgasen, Feinstaub, Pollen oder Smog, versetzt sein.

Abluft: Die feuchtebelastete und verbrauchte Innenraumluft, die aus dem Gebäude abgetragen werden soll, wird als Abluft bezeichnet. Die Wärmeenergie der Abluft wird im Lüftungsgerät gespeichert, um die Außenluft zu temperieren, bevor sie in den Wohnraum als Zuluft strömt.

Zuluft: Die Zuluft strömt durch die Luftkanäle von außen in die Wohnräume. Die Außenluft wird vorab gefiltert und gewärmt, bis sie anschließend als Zuluft nach Innen gelangt. Ein Wärmetauscher im zentralen Lüftungsgerät übertragt die Wärmeenergie der Abluft auf die Außenluft und wird somit zur Zuluft.

Fortluft: Die verbrauchte Luft, die bereits ihre Wärme abgegeben und das Gebäude verlassen hat, wird als Fortluft bezeichnet.

Dieser ständige Zyklus des Luftwechsels sorgt dafür, dass die Abluft aus typischen Ablufträumen wie Badezimmer oder Küche, die mit häufigen Feuchtespitzen belastet sind, über die angeschlossenen Lüftungskanäle abgeführt wird. Mit der eingebauten Wärmepumpe können 70% bis 90% der Wärmeenergie der verbrauchten Abluft an die Außenluft übertragen werden. Die Zuluft kann nun dank zentraler Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung vorgewärmt und wohltemperiert in die Wohnräume strömen.

Der Vorteil im Sommer: Auch in warmen Sommermonaten ist eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung praktisch, denn durch einen sogenannten Sommerbypass kann der Wärmetauscher umgangen und eine Aufheizung der Wohnräume vermieden werden. Die abgekühlte Nachtluft gelangt somit beispielsweise gefiltert, aber nicht vortemperiert in das Schlafzimmer.

Die Funktionsweise der zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG) folgt dem Prinzip der rekuperativen WRG, indem Zu- und Abluftströme in getrennten Rohrkanälen aneinander vorbeigeführt werden. Das Gebäude wird schon bei der Lüftungsplanung in Zu- und Ablufträume unterteilt. Dabei gehören Wohn- und Schlafzimmer zu den Zulufträumen und Küchen und Bäder wegen ihrer hohen Feuchtebelastung zu den Ablufträumen.

Vergleich – Arten einer zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Die grundlegend technischen Optionen der Wärmerückgewinnung (WRG) bei zentralen Wohnraumlüftungen sind der Erdwärmetauscher und die Abluftwärmepumpe.

Bei einer Lüftungsanlage mit Erdwärmetauscher, wird die Zuluft mit Hilfe von Erdwärme vorgeheizt. Der Erdwärmetauscher wird dabei als langes Kunststoffrohr in ein bis zwei Meter Tiefe im Erdboden verlegt. Die frische Außenluft durchströmt den Erdwärmetauscher, wobei niedrige Außentemperaturen vorgewärmt und hohe Temperaturen abgekühlt werden.

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Wärmerückgewinnung

Eine zentrale Wohnraumlüftung in Kombination mit einer Abluftwärmepumpe vereint meist die Lüftung mit eine, Brauchwasserspeicher und Heizungsarten wie Öl-, Gas- oder Pelletheizungen. Die zurückgewonnene Wärme der Abluft ist sowohl auf die einströmende Zuluft als auch auf Heiz- und Brauchwasser übertragbar. Die Abluft gelangt in einen Verdampfer, in dem ihr möglichst viel Wärmeenergie entzogen wird. Diese Wärme wird in einem Verdichter komprimiert und weiter erwärmt, sodass sie am Ende über einen Wärmetauscher auf das Heiz- und Brauchwasser, sowie auf die Zuluft übertragen wird.

Vor- und Nachteile von Erdwärmetauscher und Abluftwärmepumpe

Vorteile

Nachteile

Erdwärmetauscher

· Effiziente Nutzung der Erdwärme

· Kostengünstige Klimatisierbarkeit der einströmenden Außenluft

· Baulicher Aufwand bei Nachrüstungen

Abluftwärmepumpe

· Kombinierbar mit weiteren Heizarten und Warmwasser

· Hohe Einsparung von Heizenergie

· Hohe Investitionskosten

Was muss bei der Planung einer zentralen Wohnraumlüftung beachtet werden?

Um einen ordnungsgemäßen Betrieb der Zentralanlage zu garantieren, sollten Hausbesitzer die Planung des Lüftungssystems immer einem Fachbetrieb überlassen. Dieser kann die Lüftungskanäle richtig dimensionieren und die Installation technisch sauber ausführen, damit die Anlage in der Zukunft möglichst effizient arbeiten kann. Wird eine zentrale Wohnraumlüftung unsachgemäß oder unsauber installiert, kann es zu späteren Zuglufterscheinungen und Luftkurzschlüssen führen. Zu- und Abluft würden sich somit im Innen- oder Außenbereich vermischen. Dadurch kann kein effizienter Luftaustausch gewährleistet werden.

Eine fachgerechte Planung und Durchführung einer zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist daher unumgänglich, um derartige Probleme bei der Lüftung zu vermeiden. Wichtig sind außerdem eine regelmäßige Wartung sowie ein Filtertausch, um die Anlage hygienisch sauber zu halten.

Fehler bei der Planung einer zentralen Wohnraumlüftung

Schwerwiegende Fehler in der Lüftungsplanung sind meist der ausschlaggebende Grund für spätere Probleme bei der Lüftungsanlage. Vermeiden Sie deshalb unbedingt folgende Fehler bei der Planung Ihrer zentralen Wohnraumlüftung.

  1. Fehler, die zu einem erhöhten Energieverbrauch führen
    • falsch ausgelegtes Zentralgerät
    • fehlerhafte Bilanzierung von zu hohen Luftmengen
    • keine bedarfsgerechte Lüftungssteuerung
    • zu hohe Druckverluste im Luftkanalsystem
  2. Fehler, die zu einer verschmutzten und unhygienischen Anlage führen
    • Inkorrekte Platzierung der Außen- und Fortluftöffnungen, z.B. Luftansaugstelle unterhalb der Erdgleiche oder an staub- und geruchsbelasteter Stelle
    • Ausstattung mit qualitativ minderwertigen Filtern
    • Falsche Einplanung von Erdwärmetauscher oder Abluftwärmepumpe
    • Vollständiger Wartungszugang nicht möglich
  3. Fehler, die zu einer erhöhten Schallentwicklung führen
    • Platzierung des Zentralgeräts auf Beton- oder Estrichböden kann zu störenden Körperschallübertragungen führen
    • Fehlende Schallentkopplung
    • Fehlerhaft dimensioniertes Zentralgerät
    • Ungeeigneter Aufstellraum des zentralen Lüftungsgeräts, z.B. Kellerräume oder Dachböden sind nicht immer frostfrei; unebener Untergrund
    • Hohe Luftgeschwindigkeiten wegen unpassender Rohrquerschnitte (z.B. zu flache Rohre)

    Luftbude Tipp: Schalldämmmaßnahmen wie Schwingungsdämpfer können Abhilfe schaffen

  4. Fehler, die durch eine falsche Bilanzierung der Luftmengen entstehen
    • Unerwünschter Unter- oder Überdruck
    • Ungesundes Raumklima zurückführend auf eine zu geringe Luftverteilung
    • Unangenehme Luftzüge

Um all diese Fehler zu vermeiden, sollten die Bewohner die Planung und Durchführung des Lüftungssystems unbedingt einem Fachbetrieb überlassen. Dieser kann genau abschätzen, wie die Lüftungsanlage ausgelegt sein muss, um eine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Anlage zu garantieren.

Kosten für eine zentrale Wohnraumlüftungsanlage

Die Kosten für eine zentrale Wohnraumlüftungsanlage können grob unterteilt werden und setzen sich wie folgt zusammen:

  • Einmalige Kosten: Einbau- und Materialkosten
  • Später anfallende Kosten für Wartung inklusive Filterwechsel
  • Kosten für den Energieverbrauch der laufenden Anlage

Die einmaligen Investitionskosten für eine Zentrallüftung können stark variieren und sind dabei abhängig von verschiedenen Faktoren.

Einflussfaktoren der Anschaffungskosten:

  • Größe der Nutzeinheit
  • Anzahl der Bewohner
  • Komfortansprüche der Nutzer
  • Bestandsgebäude oder Neubau
  • Energetischer Zustand des Gebäudes
  • Gewünschtes Raumklima
  • Bauliche Gegebenheiten
Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Einflussfaktoren auf die Anschaffungskosten

Bei einer Nachrüstung in Bestandsgebäuden erhöhen sich die Kosten aufgrund des baulichen Aufwands.


Achtung: Die Planung der Lüftungskanäle fällt in jedem Gebäude unterschiedlich aus, sodass auch die Kosten dadurch variieren. Daher kann die folgende Tabelle nur als grobe Kostenorientierung verstanden werden. Die genannten Zahlen dienen lediglich als Richtwerte. Exakte Angaben lassen sich nur individuell ermitteln.

Art der zentralen Lüftungsanlage

Kosten

Zentrale Abluftanlagen

2.000 – 3.500 Euro

Zentrale Abluftanlagen mit Wärmepumpe

10.000 – 13.000 Euro

Zentrale Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung

5.000 – 10.000 Euro

Nachrüstung von Zentralanlagen

6.000 – 10.000 Euro

Ausstattung einzelner Räume mit einer Abluft- oder einer Zu- und Abluftanlage

ca. 1.500 Euro

Weitere anfallende Kosten – Betrieb und Pflege der zentralen Wohnraumlüftung

Die einmaligen Investitionskosten werden mit laufenden Kosten für Betriebsstrom und Wartung, inklusive Reinigung und Filterwechsel, erhöht.

Die jährlichen Stromkostenfür die laufende Lüftung hängen von der jeweiligen Zentralanlage und dessen Anbieter ab. Die Betriebskosten setzen sich aus der Leistungsaufnahme des Zentralgeräts und der Betriebszeit pro Jahr zusammen. Bei einer jährlichen Betriebszeit von etwa 8.000 bis 9.000 Stunden einer zentralen Abluftanlage fallen Stromkosten von ungefähr45 bis 75 Euro pro Jahr an.

Die Reinigungskosten umfassen den Filterwechsel und die komplette Reinigung durch eine Wartungsfirma.

Die verbauten Filter in der Lüftungsanlage sollten in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. Die Kosten für einen kompletten Filtersatz betragen ungefähr40 bis 90 Euro im Jahr.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen zentralen und dezentralen Lüftungen ist der Kostenaufwand für die Wartung der Lüftungsgeräte. Während die dezentralen Lüftungsgeräte eigenständig von den Bewohnern gereinigt werden können, muss die Wartung des komplexen Rohrsystems einer Zentralanlage von einer Fachfirma durchgeführt werden, was ebenfalls wiederkehrende Kosten verursacht. EineReinigung der Kanäle kostet etwa zwischen 300 bis 700 Euro.

Fördermöglichkeiten für eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Eine Möglichkeit, die Anschaffungskosten für eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zu senken, sind staatliche Fördermittel. Haus- oder Wohnungsbesitzer können von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lukrative Kredite erhalten, entweder durch die Bezuschussung baulicher Veränderungen oder energetischer Sanierungen mit Lüftung. Um die Voraussetzungen für die Förderung zu erfüllen, muss die zentrale Wohnraumlüftung die Vorgaben gemäß der DIN 1946-6 einhalten und über eine WRG von mindestens 80% verfügen. Es muss also der notwendige Luftwechsel zur Einhaltung hygienischer und gesundheitlicher Standards sowie zum Gebäudeschutz gewährleistet werden. Außerdem ist ein n50-Wert (Luftdichtheit der Gebäudehülle) von höchstens 1,5 nachzuweisen.

Voraussetzungen für eine Lüftungsförderung:

  • Dichtheitsmessung des Gebäudes
  • Erzielung eines hohen Wärmerückgewinnungsgrads
  • Antragstellung vor Bauvorhaben

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert außerdem die Kombination von zentralem Lüftungssystem mit einer Wärmepumpe.

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Voraussetzungen für eine Lüftungsförderung

Für die Förderung durch die BAFA ist Folgendes zu beachten:

  • Die Wärmepumpe ist selbst förderfähig
  • Die zentrale Lüftung ist mit Wärmerückgewinnung ausgestattet
  • Das Lüftungssystem ist regelungstechnisch mit der Wärmepumpe verbunden

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können Antragsteller bis zu 35 % der förderfähigen Investitionskosten erstattet bekommen. Wird zusätzlich durch die Kombination von Lüftungssystem mit Wärmepumpe eine vorhandene Ölheizung ersetzt, steigt der Fördersatz auf bis zu 45 % an.

Beispielrechnung:

  • Gesamte Investitionskosten für eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmepumpe: 10.000 Euro
  • Kosten mit staatlichen Fördermitteln (35 %) ohne Ölheizung-Austausch: 6.500 Euro
  • Kosten mit staatlichen Fördermitteln (45 %) mit Ölheizung-Austausch: 5.500 Euro

Zwischenfazit: Die zentrale Wohnraumlüftung im Test

Mit einem zentralen Lüftungssystem können Wohnräume effizient be- und entlüftet werden. Verbrauchte und feuchtebelastete Luft wird aus Küchen und Bädern abtransportiert; Wohn- und Schlafräume werden mit frischer Außenluft versorgt. Dadurch entsteht eine Zirkulation, die durchgehend für hygienische und gesunde Luftverhältnisse sorgt.

Im Test ist der Einbau einer zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung jedoch eher bei Neubauten sinnvoll. Zudem ist die Planung der Zentralanlage mit einem komplexen Rohrsystem verbunden. Die allgemeinen Kosten fallen daher höher aus. Die folgende Tabelle soll Ihnen einen Überblick der Vor- und Nachteile der zentralen Wohnraumlüftung geben.

Vorteile zentrale Wohnraumlüftung

Nachteile zentrale Wohnraumlüftung

Luftqualität

✔ Garantierter Mindestluftwechsel

✔ Effektive Belüftung

✔ Filterung der Luft von Staub, Pollen und Schadstoffen

✔ Klimatisierung, Temperierung, Be- und Entfeuchtung der Zuluft

Einsatzort

✔ gut einsetzbar in Neubauten

✘ eher für Neubauten geeignet

✘ der nachträgliche Einbau in Bestandsgebäuden ist mit hohem finanziellem und baulichem Aufwand verbunden

Planung

✔ kostenfreie Lüftungsplanung bei Luftbude

✘ aufwendige Planung der Lüftungskanäle

Einbau und Montage

✔ keine Gefahr des Luftkurzschlusses (bei korrekter Planung)

✘ komplexes Rohrsystem

✘ unflexibler Einbauort

✘ von Fachfirma zu erledigen

Kosten

✔ Förderfähigkeit, z.B. durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

✔ Einsparung von Heizkosten dank Wärmerückgewinnung

✘ hohe Anschaffungskosten

✘ Stromkosten bei laufendem Betrieb

✘ Wartungskosten für ausgebildetes Fachpersonal

Geräuschentwicklung

✔ Geringe Geräuschentwicklung durch zentrales Gerät und Schallschutzkappen

Wartung und Reinigung

✘ die Reinigung alle zwei Jahre für den hygienischen Betrieb wird empfohlen

✘ nur durch Fachfirma ausführbar

✘ finanzieller Aufwand

Energieeffizienz

✔ hohe Energieeinsparungen realisierbar dank verbauter Wärmerückgewinnung

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Der Vergleich zwischen dezentraler und zentraler Wohnraumlüftung

Der Vergleich zur dezentralen Lüftungsanlage

Ist die Entscheidung für die Investition in eine Wohnraumlüftungsanlage gefallen, sollte die Art der Lüftungsanlage gut überlegt werden. Neben der zentralen Wohnraumlüftung erfreuen sich dezentrale Anlagen immer größerer Beliebtheit. Der größte Unterschied zwischen einer zentralen und dezentralen Lüftung liegt in der Funktion und dem Aufbau. Während die zentrale Wohnraumlüftung mit einem großen Zentralgerät über ein komplexes Rohrsystem meist großflächige Wohneinheiten abdeckt, wird die dezentrale Lüftung in jedem Wohnraum einzeln installiert und entweder raumweise oder raumübergreifend genutzt.

Welche Wohnraumlüftung im Test am besten abschneidet, hängt jedoch vor allem von den Anforderungen am Einsatzort und den individuellen Bedürfnissen der Bewohner ab. Verbraucher sollten bei der Wahl des Lüftungssystems auf folgende Punkte achten:

Ausschlaggebende Merkmale im Lüftungstest

  • Leistung der Lüftungsanlage
  • Grad der Wärme- und Feuchterückgewinnung
  • Energieeffizienz der Anlage und Ventilatoren
  • Bedienung und Regelung
  • Montageaufwand
  • Schalldämmwerte
Lunos e² - smarte Kompaktlüftung

Smarte Kompaktlüftung

  • für Giebel & Dachstühle
  • bis 30 m³/h Volumenstrom
  • bis 88% Wärmerückgewinnung

Werden diese Merkmale mit den individuellen Bedürfnissen der Bewohner gedeckt, kann die passende Wahl getroffen werden. Der abschließende Direktvergleich zwischen zentraler und dezentraler Wohnraumlüftung soll Sie bei der Entscheidung unterstützen.

Dezentral

Zentral

Energieeffizienz

✔ Hohe Wärmerückgewinnung (bis zu 94%)

✔ Geringe Betriebskosten (ca. 4€/Lüfter/Jahr)

✔ Erhalt der Luftfeuchtigkeit durch Enthalpie-Wärmetauscher

✔ Hohe Wärmerückgewinnung

✘ Betriebskosten

✔ Erhalt der Luftfeuchtigkeit durch Enthalpie-Wärmetauscher

Kosten

Anschaffungskosten

✔/✘ Mittel

✘ Hoch

Montagekosten

✔/✘ Gering bis mittel

✔/✘ Mittel bei Neubau

✘ hoch bei Bestandsgebäuden

Betriebskosten

✔ Gering

✔/✘ erhöht

Reinigungskosten

✔ Keine (eigenständige Durchführung durch Nutzer)

✘ Fachfirma notwendig

Einbau & Montage

✔/✘ Eigenständige Montage durch Nutzer möglich, lediglich Stromanschluss und Kernlochbohrung (bei Sanierung) müssen vom Fachmann übernommen werden

✔ Abschnittsweiser Einbau

✘ Fachfirma notwendig für Verlegung der Lüftungskanäle und Inbetriebnahme

✘ Unflexibler Einbauort

Einsatzbereich

✔ Für Neubau und Sanierung

✔/✘ eher für Neubau geeignet

Förderfähigkeit

✔ Ja (z.B. KfW)

✔ Ja (z.B. KfW)

Wartung & Reinigung

✔ Schnelle und einfache Reinigung durch den Nutzer möglich

✘ Fachfirma notwendig,
Zusatzkosten

Schallentwicklung

✘ Direkter Schalldurchgang

✔Schallschutzzubehör schafft Abhilfe

✔ Kein direkter Schalldurchgang

Steuerung & Regelung

✔ Individuelle Steuerung möglich, einzelne Raumbelüftung möglich

✘ Raumbelüftungszonen fest definiert

Zubehör

✔ Sensoren zur Messung von CO2, Schadstoffen und Feuchtigkeit

✔ bedarfsgerechte Konfigurierung der Lüftungsstufen

✔ Filter möglich

✔ Sensoren zur Messung von CO2, Schadstoffen und Feuchtigkeit

✔ bedarfsgerechte Konfigurierung der Lüftungsstufen

✔ Filter möglich

Fazit – welche Wohnraumlüftung passt in Ihr Eigenheim?

Die Frage „Welche Lüftungsanlage ist die beste?“ lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich sollte für jedes Gebäude mit den entsprechenden Kundenwünschen sowie den Voraussetzungen vor Ort individuell entschieden werden, welche Lüftungsanlage am besten geeignet ist. Voraussetzungen für das passende Lüftungssystem sind eine fachgerechte Planung sowie die Berücksichtigung der technischen und baulichen Gegebenheiten und die individuellen Bedürfnisse der Bewohner.

Sowohl dezentrale als auch zentrale Wohnraumlüftungen haben ihre Vor- und Nachteile. Dezentrale Lösungen überzeugen durch die leichte Installation in Neubauten oder Bestandsgebäuden. Die gesamte Wohnfläche profitiert durch die kosteneffiziente Lüftungslösung. Die zentrale Lüftung empfiehlt sich eher für Neubauten mit einem großflächigen Wohnbereich. Eine nachträgliche Installation in Bestandsgebäuden stellt sich jedoch als kostspielig und baulich aufwendig heraus.

Ratgeber zentrale Wohnraumlüftung - Aufbau und Funktion einer dezentralen Wohnraumlüftungsanlage
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